Margin ObjectsAusgabe 09 · Inhalt ↗

Feldnotizen / Möbel / Beitrag 03

Drei Beine auf dem Boden.

Ein niedriger Arbeitshocker verrät, wo sein Erbauer mit unebenem Boden rechnete.

Holzschnitt eines dreibeinigen Melkschemels mit Detail seiner verkeilten Verbindung.
Im Ausschnitt spreizt der Keil den Zapfen gegen die Seitenwände der Bohrung.

Vor der Werkstatt geht der Fußboden in festgetretene Erde über. Hier zeigt der niedrige Hocker seinen Sinn. Alle drei Beine finden gleichzeitig Halt. Die Sitzfläche braucht kein ebenes Stück Beton, um ihren Zweck zu erfüllen.

Die Beine stehen gerade weit genug auseinander, um den Stand zu verbreitern. Jedes führt durch die Sitzfläche. Dort spreizt ein heller Keil den Zapfen quer zur Faser. Von oben verraten diese kleinen Spuren mehr über die Konstruktion als ein Seitenblick auf den fertigen Hocker.

Eine Verschleißspur läuft durch die Mitte der Sitzfläche. Die Ränder sind noch recht scharf. Jemand hat immer an derselben Stelle gesessen und den Hocker danach mit derselben Hand angehoben. Eine sparsamere Signatur ist kaum vorstellbar.